Ostermundigen braucht mehr, aber auch anderen Schulraum

In Ostermundigen ist der Schulraum knapp und entspricht teilweise nicht mehr heutigen Anforderungen. Die Notwendigkeit, die Schulanlage Rothus zu reaktivieren, spiegelt die demographische Entwicklung. 2007 wurde die Schulanlage ausser Betrieb genommen, weil die Anzahl Schülerinnen und Schüler rückläufig waren. Doch mit der Bevölkerungszunahme seit den 2010er-Jahren steigen in Ostermundigen auch die Schülerinnen- und Schülerzahlen wieder.

Ostermundigen entwickelt sich zum attraktiven Wohn- und Arbeitsort. Gemäss Prognosen der Ortsplanungsrevision O’mundo werden bis in zehn Jahren zusätzliche sechs bis sieben Klassen benötigt. Nötig ist nicht nur mehr, sondern auch anderer Schulraum. Um die Schülerinnen und Schüler mit vielfältigen Methoden zu fördern, braucht es neben Klassenzimmern für den frontalen Unterricht genügend Gruppenräume und Räume für Spezialunterricht.

Die Schulraumplanung stellt den Raum für solche Lernformen und für weitere Bedürfnisse sicher. Das Tagesschulangebot wird verbessert – auch dank der Investition ins Rothus. Nach der Erweiterung der Schulanlage ziehen mehrere Klassen ins Rothus; dadurch werden anderswo Räume frei, die sich auch für Tagesschulaktivitäten nutzen lassen. Genügend Platz soll auch für den Sport zur Verfügung stehen: An der Forelstrasse entsteht eine Dreifach-Turnhalle, die den heutigen Hallen-Mangel entschärft.

Die Gemeinde Ostermundigen betrieb lange Zeit fünf Schulanlagen: Dennigkofen, Mösli, Bernstrasse, Rüti und Rothus. Aufgrund der rückläufigen Anzahl Schülerinnen und Schüler wurde die Schulanlage Rothus 2007 ausser Betrieb genommen und vermietet. Infolge der Bevölkerungszunahme steigen die Schülerinnen- und Schülerzahlen seit einigen Jahren wieder stark an. Der vorhandene Raum genügt nicht, um die zusätzlichen Schülerinnen und Schüler aufzunehmen. Zudem entsprechen viele Räume nicht mehr den Anforderungen an einen zeitgemässen Schulunterricht. Deshalb hat der Gemeinderat eine umfassende und vorausschauende Schulraumplanung erarbeitet. Das im Jahr 2019 genehmigte Konzept dient als Basis für den Um- und Ausbau der Schul- und Sportanlagen. Aufgrund der aktualisierten Planungsdaten der Ortsplanungsrevision O’mundo und der Bildungsstrategie wird die Bedarfsstudie von 2019 gegenwärtig überprüft. Das Resultat wird im Verlauf des Jahres 2026 vorliegen. 

Bereits fertiggestellt hat die Gemeinde acht Neubauten für Kindergärten, die Sanierung eines Kindergartens steht kurz vor dem Start und wird 2025 abgeschlossen. Bei den Schulanlagen liessen sich zwei Provisorien realisieren: Das Provisorium Dennigkofen besteht aus Metallcontainern mit zwei Klassenzimmern im Obergeschoss und einem Kindergarten im Erdgeschoss. Dieser Raum wird ab Sommer 2024 zu einem Klassenzimmer umgenutzt. Die bisher dort untergebrachte Kindergartenklasse zieht an die Mitteldorfstrasse, von wo wiederum Kindergartenkinder ins Mösli wechseln. Dort stehen nach den Sommerferien 2024 zwei neue Kindergärten und eine Tagesschule bereit.

Das für die Schülerinnen und Schüler erstellte Provisorium Mösli besteht aus einem Holzmodulbau mit zwei Klassenzimmern und einer Tagesschule. Dieses Provisorium wird im Sommer 2027 demontiert, sobald die Schulanlage Rothus wieder in Betrieb ist. Der Sanierung und Erweiterung der Schulanlage stimmte die Bevölkerung am 22. September 2024 zu. Sie soll als eigenständige Oberstufenschule geführt und von acht auf vierzehn Klassen erweitert werden. Bei der Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Rothus handelt es sich um das Schlüsselprojekt für die Schulraumplanung: Es gibt sonst keine Möglichkeit, rechtzeitig dringend benötigten zusätzlichen Schulraum bereitzustellen; an den anderen Schulstandorten fehlt das nötige Erweiterungspotenzial. Anschliessend ist der Bau einer Dreifach-Sporthalle an der Forelstrasse geplant; den dafür notwendigen Objektkredit hiess die Bevölkerung in einer Volksabstimmung vom 24. November 2024 gut.

Wie stark steigt der Schulraumbedarf in den nächsten Jahren?

Heute zählt Ostermundigen gut 18 700 Einwohnerinnen und Einwohner. Gemäss Referenzszenario steigt die Bevölkerungszahl bis 2035 auf rund 19'700 und bis 2050 auf 20'300 Personen. 

Darauf basierend ist in den jüngsten Kalkulationen errechnet worden, dass per Schuljahr 2029/30 eine Schulklasse weniger benötigt wird als heute (total 95), per Schuljahr 2034/35 hingegen fünf Klassen mehr benötigt werden (total 101) und per Schuljahr 2039/40 sieben Klassen mehr (total 103). Im Schuljahr 2025/26 führt die Gemeinde 96 Klassen mit total 1867 Schülerinnen und Schülern (19,4 Kinder pro Klasse).

In den vorangegangenen Berechnungen war noch davon ausgegangen worden, dass 2029/30 98 Klassen benötigt würden und 2034/35 100. Die Schwankungen nach unten und oben sind als übliche Abweichungen zu verstehen und ändern nichts daran, dass Ostermundigen mit der Entwicklung zum immer attraktiveren Wohn- und Arbeitsort langfristig nicht nur mehr, sondern ohnehin auch anderen Schulraum (Stichwort: Gruppen- und Fachräume) benötigt.

Bei der Berechnung des Schulraumbedarfs rechnet Ostermundigen mit einer Klassengrösse von 20 Kindern. Dieser Wert ist tiefer als in anderen Gemeinden und hilft, übervolle Klassen zu vermeiden.

Klassenzahlen bis 2035 im Detail2025/262029/302034/352039/40

 

Kindergarten

2120 (-1)21 (0)22 (+1)
Primarstufe5252 (0)55 (+3)56 (+4)
Sekundarstufe2323 (0)25 (+2)25 (+2)

In Ostermundigen besuchen derzeit rund 45 Prozent der Kinder und Jugendlichen die Tagesschule. Von den 1340 Kindern – von den Kindergärten bis zu den sechsten Klassen – sind 580 in der Tagesschule angemeldet. In den nächsten Jahren wird die Nachfrage steigen. In der Schulanlage Dennigkofen werden auf der Primarstufe in den nächsten Jahren fünf zusätzliche Klassen geführt, was mehr Anmeldungen in der Tagesschule bedeutet. Die Erweiterung der Schulanlage Rothus bringt indirekt Entlastung: Weil Klassen ins Rothus ziehen, werden anderswo Räume frei, die sich auch für Tagesschulaktivitäten nutzen lassen. Es werden aber keine Räume geschaffen, die den Tagesschulen vorbehalten sind. Auf die wachsenden Bedürfnisse der Tagesschulen soll mit besonderen Massnahmen reagiert werden: Tagesschülerinnen und -schüler kommen gestaffelt zum Mittagessen und halten sich auch in der Turnhalle, in der Bibliothek oder draussen auf. In der Schulanlage Rothus selbst entsteht keine Tagesschule. Aus Kostengründen wird auf den Einbau einer Industrieküche verzichtet. Damit lässt sich kein Mittagstisch anbieten, was Bestandteil einer Tagesschule wäre.

Die Gemeinde ist bestrebt, das Turnhallenangebot zu verbessern. Heute ist die Situation nur in Dennigkofen ausreichend; an den Standorten Mösli und Bernstrasse ist sie ungenügend und am Standort Rüti aufgrund der vielen Klassen nur knapp genügend. Die Anzahl Turnhallen reicht somit nicht – und bei den bestehenden Hallen ist die Fläche kleiner als bei einer zeitgemässen Normhalle. Erst die neue Dreifach-Sporthalle an der Forelstrasse wird die Situation entschärfen: Die Halle, die neben der Kletterhalle O’bloc geplant ist und «Mary Poppins» heisst, ist von mehreren Schulstandorten aus in Kürze erreichbar und soll nicht nur von den Klassen der Anlagen Mösli und Rothus genutzt werden, sondern auch von den anderen Standorten.

Die Kosten für die Dreifachhalle an der Forelstrasse werden auf 21,7 Mio. Franken geschätzt (+/- 10 %); die Schätzungen stützen sich auf das detaillierte Bauprojekt. Müsste die Halle ausschliesslich mit Darlehen finanziert werden, wäre mit jährlichen Zinskosten von rund 325 000 Franken zu rechnen. Ostermundigen verfügt jedoch über einen Spezialfonds (Mehrwertabschöpfung), der dafür sorgt, dass die Abschreibungen voraussichtlich während fünf bis acht Jahren keine Belastung darstellen. Später würden die Abschreibungen 3 Prozent beziehungswiese rund 650'000 Franken pro Jahr betragen.

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